BYD Company Limited (比亚迪股份有限公司) ist ein 1994 in Shenzhen gegründeter chinesischer Technologie- und Automobilkonzern, der sich vom Batteriehersteller zum weltgrößten Hersteller von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen entwickelt hat. Das Unternehmen ist dual-gelistet an der Hongkonger Börse (1211.HK) sowie an der Shenzhen Stock Exchange (002594.SZ). BYD operiert in vier Kernbereichen: Automobilfertigung, Neue Energielösungen, Elektronikkomponenten für Mobilgeräte sowie Stadtbahnverkehr. Der Umsatz aus Fahrzeugen und verwandten Produkten machte 2024 rund 79 % des Gesamtumsatzes aus. Hauptwettbewerber im EV-Segment sind Tesla, CATL (als Batterieanbieter), Geely, SAIC Motor sowie international Volkswagen und Hyundai/Kia.
Wang Chuanfu ist Gründer, Chairman und CEO von BYD. Der 1966 in Anhui geborene Chemiker und Unternehmer gründete BYD 1994 nach einer kurzen Karriere als Manager eines Batterieunternehmens. Unter seiner Führung wuchs BYD von einem kleinen Batteriebetrieb mit 20 Mitarbeitern zum global agierenden EV-Giganten mit fast 870.000 Beschäftigten. Charlie Munger bezeichnete ihn einst als „Genie" und „Workaholic". Wang ist seit 2008 formell als Chairman eingetragen und gilt als technologischer Vordenker der chinesischen EV-Branche.
Zhou Yalin ist seit 2019 CFO und seit 2021 Senior Vice President des Konzerns. Sie verantwortet die Konzernfinanzen und übt Aufsichtsrats- und Vorstandsmandate in mehreren BYD-Tochtergesellschaften aus, darunter BYD Electronics, BYD Semiconductor und BYD Auto Finance.
He Zhiqi fungiert als Executive Vice President und COO der BYD Passenger Car Division sowie als Direktor von Shenzhen Denza New Energy Automotive, dem gemeinsamen Premium-EV-Joint-Venture mit Mercedes-Benz.
BYD verfügt über eine im globalen Automobilsektor einzigartige vertikale Integration: Das Unternehmen entwickelt und produziert eigene Batteriezellen (Blade-Batterie-Technologie), Halbleiter, Elektromotoren und Fahrzeugkarosserien unter einem Dach. Diese Eigenfertigungstiefe ermöglicht strukturelle Kostenvorteile gegenüber westlichen OEMs. Im Jahr 2025 führte BYD den globalen EV-Markt mit rund 3,97 Millionen Plug-in-Verkäufen an (Marktanteil ~19 %) und überholte erstmals Tesla beim reinen BEV-Absatz (2,26 Mio. BEVs vs. 1,64 Mio.). Im globalen EV-Batteriemarkt belegt BYD mit einem Installationsanteil von 16,4 % den zweiten Platz hinter CATL (39,2 %). Geografisch dominiert BYD den chinesischen Heimatmarkt und baut die internationale Präsenz mit Produktionsstätten in Thailand, Brasilien, Ungarn und der Türkei aus. Die internationalen Exporte erreichten 2025 rund 1,05 Millionen Einheiten, ein Anstieg von 200 % gegenüber dem Vorjahr. Der chinesische Markt macht weiterhin rund 76 % des Gesamtabsatzes aus, während die Großregion China/Hongkong/Macau/Taiwan 61,5 % des Umsatzes beisteuert.
BYDs größtes strukturelles Lieferkettenrisiko liegt bei den Rohstoffen für die Batterieproduktion, insbesondere Lithium, Kobalt und Nickel. Preisvolatilität und geopolitische Konzentration der Abbauländer (Lithium: Chile, Australien; Kobalt: Demokratische Republik Kongo) stellen potenzielle Engpassfaktoren dar. Trotz eigener Blade-Batterie-Produktion bleibt BYD auf globale Rohstoffmärkte angewiesen. Hinzu kommt die Abhängigkeit von Halbleitern und Leistungselektronik: Obwohl BYD mit BYD Semiconductor eine eigene Chipsparte betreibt, deckt diese den Bedarf nur teilweise. Stahl und Aluminium für Fahrzeugkarosserien sowie Kunststoffkomponenten für das Fahrzeuginterieur runden das Beschaffungsrisikoprofil ab. US-amerikanische Technologierestriktionen und potenzielle Handelskonflikte mit der EU (Strafzölle auf chinesische EVs) könnten Lieferketten und Markterschließung beeinträchtigen.
BYD ist strukturell stark abhängig vom chinesischen Endkonsumenten – rund drei Viertel des Fahrzeugabsatzes entfallen auf den Heimatmarkt. Dies macht das Unternehmen anfällig für Konjunkturschwankungen in China, staatliche Subventionsanpassungen sowie zunehmenden Wettbewerb durch heimische Konkurrenten wie Geely, Leapmotor und Xiaomi. BYDs Marktanteil im chinesischen NEV-Markt fiel von 35 % (2023) auf rund 29 % in den ersten elf Monaten 2025. International bestehen Marktzugangshürden durch Importzölle (EU, Kanada) sowie den faktischen Ausschluss aus dem US-Pkw-Markt. Im Segment Mobile-Handset-Komponenten (ca. 39 % des Umsatzes) unterliegt BYD der Nachfragezyklik der Smartphone-Industrie und dem Konzentrationsrisiko gegenüber Großkunden in der Mobilfunkwertschöpfungskette.
BYD ist Bestandteil des MSCI China, des MSCI Emerging Markets sowie des Hang Seng Index und CSI 300 und damit für eine breite Gruppe passiver Indexanleger pflichtgewichtet relevant. Als weltgrößter Plug-in-EV-Hersteller und zweitgrößter EV-Batterieproduzent profitiert BYD strukturell von der globalen Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Die Dividendenpolitik ist moderat: Für das Geschäftsjahr 2024 wurde eine Bardividende von rund RMB 39,74 je zehn Aktien ausgeschüttet, was einer Gesamtausschüttung von ca. RMB 12,1 Mrd. entspricht. Kurzfristig belastet das Ergebnis: Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um 55,4 % auf 4,09 Mrd. RMB ein, während der Umsatz um 11,8 % auf 150,2 Mrd. RMB sank. Langfristige Wachstumstreiber bleiben die globale EV-Durchdringung, der Ausbau internationaler Fertigungskapazitäten und die Skalierung des Energiespeicher- und Photovoltaikgeschäfts.