Infosys

Information Technology, IT Services, Consulting Bengaluru, Karnataka, Indien Gegründet 1981 INFY

Unternehmensporträt

Infosys Limited wurde 1981 von N. R. Narayana Murthy und sechs Mitgründern in Pune gegründet und hat seinen Hauptsitz heute am Electronics City Campus in Bengaluru, Indien. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Anbietern von IT-Dienstleistungen, digitaler Transformation, Cloud-Services und Unternehmensberatung. Mit einem Jahresumsatz von 19,3 Mrd. USD (FY2025) und rund 337.000 Mitarbeitenden (Q3 FY26) ist Infosys die zweitgrößte indische IT-Dienstleistungsgesellschaft. Die wichtigsten Wettbewerber sind Tata Consultancy Services (TCS), Wipro, HCL Technologies sowie international Accenture und Cognizant. An den Börsen NYSE, NSE und BSE notiert (Ticker: INFY), ist Infosys Bestandteil des Nifty 50, des BSE Sensex sowie mehrerer MSCI-Indizes.

Führungspersonen

Salil Parekh, CEO & Managing Director (seit Januar 2018): Parekh studierte Luft- und Raumfahrttechnik am IIT Bombay und erwarb Master-Abschlüsse in Informatik und Maschinenbau an der Cornell University. Vor Infosys verbrachte er mehr als 25 Jahre bei Capgemini und Ernst & Young, wo er bis zum stellvertretenden CEO avancierte und das Indien-Geschäft entscheidend mitaufbaute. Unter seiner Führung transformierte Infosys seine strategische Ausrichtung konsequent in Richtung KI, Cloud und digitale Dienste. Sein Mandat läuft bis März 2027; eine Verlängerung erfordert aufgrund der überschrittenen unternehmenseigenen Altersgrenze eine Dreiviertelmehrheit der Aktionärsstimmen.

Jayesh Sanghrajka, CFO: Als Chief Financial Officer verantwortet Sanghrajka die Steuerung von Projekt Maximus, dem konzernweiten Effizienzprogramm. In FY2025 erzielte Infosys unter seiner Führung mit 4,1 Mrd. USD den höchsten Free Cashflow der Unternehmensgeschichte – ein Anstieg von 41,8 % gegenüber dem Vorjahr.

Strategische Position

Infosys bedient Kunden in über 50 Ländern mit Schwerpunkten in Nordamerika (ca. 56 % des Umsatzes) und Europa. Die Hauptkundensektoren sind Financial Services (ca. 28 %), Manufacturing (ca. 17 %), Energy & Utilities (ca. 13 %), Retail (ca. 13 %) sowie Communications und Hi-Tech. Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als KI-Lösungsanbieter über seine Plattform Infosys Topaz – eine KI-first-Suite mit über 12.000 KI-Assets und mehr als 150 vortrainierten Modellen. Partnerschaften mit Anthropic (Claude), OpenAI und Meta (Llama) unterstreichen die Plattformstrategie. Die Large-Deal-Pipeline war in FY25 mit einem TCV von 11,6 Mrd. USD (56 % Netto-Neugeschäft) auf Rekordniveau. Im MSCI Emerging Markets Information Technology Index belegt Infosys mit einer Gewichtung von rund 2,5 % den vierten Platz und ist damit der führende reine IT-Dienstleister aus Indien in diesem Segment.

Lieferkettenrisiken

Infosys’ wichtigster Produktionsfaktor ist hochqualifiziertes STEM-Personal – vorwiegend rekrutiert aus indischen Universitäten und Ingenieurhochschulen. Entsprechend hoch ist die Abhängigkeit von Einwanderungsregularien für Entsendungen in die USA (H-1B-Visa) und Europa. Geplante Erhöhungen der US-H-1B-Gebühren auf bis zu 100.000 USD je Antrag könnten nach Analysteneinschätzungen über 93 % der neuen US-Einstellungen betreffen. Darüber hinaus besteht eine strukturelle Abhängigkeit von Cloud-Infrastruktur-Anbietern wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud als Vorleistungslieferanten, die Infosys nutzt, um eigene Managed-Services anzubieten. Steigende Lizenz- und Infrastrukturkosten dieser Hyperscaler könnten die Marge mittelfristig belasten.

Nachfragerisiken

Infosys’ Umsatz ist eng mit den IT-Budgets großer Unternehmen in konjunktursensitiven Sektoren verknüpft. Der Finanzsektor (ca. 28 %) ist besonders zinssensitiv: Eine länger restriktive Geldpolitik dämpft die Investitionsbereitschaft von Banken und Versicherern. Der Retail-Sektor (ca. 13 %) leidet unter strukturellen Konsumschwächen. Das größte strukturelle Nachfragerisiko ist die technologische Substitution: Generative KI und agentenbasierte Automatisierung könnten traditionelle Time-and-Materials-Projekte ersetzen und das Erlösmodell verschieben – von volumenbasierten Outsourcing-Verträgen hin zu ergebnisbasierten Preismodellen mit noch unklaren Margenwirkungen. Infosys begegnet diesem Risiko aktiv durch die Topaz-Plattform, doch die Umstellungsgeschwindigkeit auf Kundenseite bleibt ungewiss.

Relevanz für MSCI-Investoren

Infosys ist einer der bedeutendsten indischen Titel in globalen Schwellenländer-Portfolios. Im MSCI EM Investable Market Index hält Infosys eine Gewichtung von rund 0,86 % und zählt damit nach Reliance Industries zu den gewichtigsten indischen Einzeltiteln. Im MSCI EM Information Technology Index liegt der Anteil bei ca. 2,5 %. Indiens Gesamtgewicht im MSCI EM ist zuletzt von einem Höchststand von ca. 21 % (September 2024) auf rund 12 % (Mai 2026) gesunken, was den relativen Gegenwind durch globale Umschichtungen in Richtung Taiwan und Südkorea widerspiegelt. Für Indexanleger bietet Infosys gleichwohl stabilen Dividendenertrag – die Dividende stieg in FY25 um 13,2 % –, eine überdurchschnittliche Free-Cashflow-Konversion (129 % des Nettogewinns in FY25) und ein Eigenkapitalrendite-Niveau von ca. 30 %, was die Aktie als Qualitätstitel im EM-IT-Universum auszeichnet.

Infosys — Aktienindex News

Infosys-CEO Salil Parekh hat das reguläre Rentenalter von 60 Jahren überschritten, ein drittes Mandat würde 75 Prozent Aktionärsstimmen erfordern — und die offensichtlichsten Nachfolgekandidaten haben die Firma längst verlassen. Die AGM im Juni wird zum Governance-Stresstest für Indiens zweitgrößte IT-Firma.

Infosys überraschte mit einem Nettogewinn von ₹8.501 Crore (+21 % YoY) und $14,9 Milliarden Großauftragswert in FY26 — doch der verhaltene FY27-Ausblick und wachsender Druck durch US-Handelspolitik stellen Investoren vor eine komplexe Abwägung.