Siemens AG ist ein deutsches Technologiekonglomerat mit Sitz in München, gegründet am 1. Oktober 1847 von Werner von Siemens als Telegrafenbauunternehmen in Berlin. Heute zählt das Unternehmen mit rund 327.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 75,9 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2024) zu den größten Industriekonzernen der Welt. Das Kerngeschäft umfasst industrielle Automatisierung, digitale Infrastruktur, Schienenverkehr und Finanzdienstleistungen. Siemens ist Mitglied des DAX und des Euro Stoxx 50 sowie nach Marktkapitalisierung das zweitgrößte deutsche Unternehmen. Die wichtigsten Wettbewerber sind ABB, Schneider Electric, Honeywell, Rockwell Automation und General Electric.
Roland Busch, President & CEO – Busch (*1964, Erlangen) promovierte in Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und trat 1994 als Projektmanager in die Forschungsabteilung von Siemens ein. Er bekleidete Führungspositionen in Asien, Amerika und Europa, war von 2016 bis 2020 Chief Technology Officer und von 2019 bis 2021 stellvertretender CEO. Seit Februar 2021 führt er das Unternehmen als President und CEO; sein Vertrag wurde im April 2024 bis 2030 verlängert.
Veronika Bienert, CFO – Bienert (*1972) leitete Siemens Financial Services von 2021 an und wurde 2024 in den Vorstand der Siemens AG berufen. Seit dem 1. April 2026 ist sie Finanzvorständin und Nachfolgerin von Prof. Dr. Ralf P. Thomas, der nach mehr als einem Jahrzehnt als CFO aus dem Vorstand ausschied. Ihr Vertrag wurde im November 2025 vorzeitig um fünf Jahre bis 2031 verlängert.
Jim Hagemann Snabe, Aufsichtsratsvorsitzender – Der dänische Manager war Co-CEO der SAP SE (2010–2014) und ist seit 2018 Vorsitzender des Siemens-Aufsichtsrats. Er gilt als Architekt der Transformation von Siemens zu einer fokussierten Technologiegesellschaft.
Siemens verfolgt seit mehreren Jahren eine konsequente Portfoliobereinigung: Mit der Abspaltung von Siemens Energy (2020) und der Ausgliederung von Siemens Healthineers als eigenständige Aktiengesellschaft hat sich der Konzern von kapitalintensiven, zyklischen Geschäften getrennt und konzentriert sich auf das Programm „ONE Tech Company". Die drei operativen Kernbereiche – Digital Industries (Fabrikautomation, Industriesoftware, PLCs, Antriebe), Smart Infrastructure (Gebäudetechnik, Energieverteilung, Rechenzentren-Infrastruktur) und Mobility (Schienenfahrzeuge, Signalanlagen, Services) – weisen strukturell hohe Margen auf. Durch die Akquisitionen von Altair Engineering und Dotmatics (2025) hat Siemens seine Führungsposition in Industriesoftware und KI weiter ausgebaut. Der Konzern investiert rund 8,3 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung (6,6 Mrd. Euro in FY2025). Als angestrebte mittelfristige Rendite gilt ein ROCE von 15–20 %.
Die wichtigsten Vorleistungssektoren von Siemens sind elektronische Bauelemente und Halbleiter (für Automatisierungshardware, Antriebe, PLCs), Stahl- und Metallerzeugnisse (für Schienensysteme und Gehäuse), lizenzierte Software und Cloud-Dienste sowie Elektromotoren und Kupferwerkstoffe. Besonders kritisch ist die Abhängigkeit von Halbleiterlieferanten aus Ostasien – Engpässe wie in den Jahren 2021/22 können Lieferzeiten bei Digital Industries signifikant verlängern. Daneben besteht ein Rohstoffpreisrisiko bei Kupfer (Wechselrichter, Transformatoren) und bei seltenen Erden (Permanentmagnete in Antrieben). Geopolitische Spannungen zwischen den USA und China betreffen sowohl die Beschaffung als auch den Absatz im chinesischen Markt.
Die Hauptabnehmer von Siemens sind das verarbeitende Gewerbe (Fabrikautomation), öffentliche und private Infrastrukturbetreiber (Smart Infrastructure), staatliche und private Verkehrsbetriebe (Mobility) sowie mittelbar der Gesundheitssektor über die Beteiligung an Siemens Healthineers. Das Digital-Industries-Segment ist stark zyklisch: Im ersten Halbjahr FY2025 verzeichnete es einen Umsatzrückgang von 11,3 % auf 8,3 Mrd. Euro, verursacht durch einen globalen Destocking-Effekt in der Fabrikautomation. Smart Infrastructure und Mobility hingegen profitieren von langfristigen Infrastruktur- und Dekarbonisierungsprogrammen der Regierungen und zeigen geringere Zyklik. Das Substitutionsrisiko durch softwarebasierte Lösungen von Cloud-Hyperscalern ist ein strukturelles Thema im Industriesoftware-Bereich.
Siemens AG ist als DAX- und Euro-Stoxx-50-Komponente in nahezu allen europäischen und globalen Aktienindizes vertreten und damit ein Pflichtbestandteil jedes passiven Europaportfolios. Das Unternehmen verfolgt eine progressive Dividendenpolitik: Die Dividende für FY2025 wurde auf 5,35 Euro je Aktie erhöht (Vorjahr: 5,20 Euro). Strukturelle Wachstreiber sind die globale Industrieautomatisierung, der Ausbau von Rechenzentrumsinfrastruktur, staatliche Investitionen in Schieneninfrastruktur und die Integration von KI in Industrieprozesse. Mit dem angestrebten EPS-Wachstum im hohen einstelligen Bereich (pre PPA) über einen mittelfristigen Zyklus bietet Siemens Investoren ein attraktives Rendite-Risiko-Profil bei gleichzeitig überdurchschnittlicher Dividendenkontinuität.