SK hynix Inc. (KRX: 000660) ist ein südkoreanischer Halbleiterhersteller mit Sitz in Icheon, Gyeonggi-do, und einer der weltweit größten Produzenten von Speicherchips. Das Unternehmen wurde 1983 als Hyundai Electronics gegründet, firmierte ab 2001 als Hynix Semiconductor und wurde 2012 nach der Übernahme durch SK Telecom für rund 3 Milliarden US-Dollar in SK Hynix umbenannt. Heute ist SK Hynix gemeinsam mit Samsung Electronics und Micron Technology Teil der „Großen Drei" der globalen Speicherhalbbleiterbranche. Mit einem Umsatz von zuletzt rund 92,6 Milliarden US-Dollar (TTM per Q1 2026) und einer Marktkapitalisierung von über 1 Billion US-Dollar zählt das Unternehmen zu den wertvollsten Technologiekonzernen Asiens. Die wichtigsten Wettbewerber sind Samsung Electronics (DRAM, NAND, Foundry), Micron Technology sowie im NAND-Segment Western Digital und Kioxia.
Kwak Noh-Jung – President & CEO (seit März 2022): Kwak begann seine Karriere 1994 bei Hyundai Electronics und ist seit fast drei Jahrzehnten ausschließlich für SK Hynix tätig. Er promovierte in Werkstoffwissenschaften an der Korea University und durchlief alle wesentlichen operativen Positionen, darunter SVP Cheongju Fab (2017–2019) und EVP Manufacturing Technology (2019–2021). Unter seiner Führung etablierte SK Hynix die globale Marktführerschaft im HBM-Segment und erzielte 2024 einen Rekord-Betriebsgewinn von rund 23,2 Billionen Won. Er gilt auch als Vorsitzender des Korea Semiconductor Industry Association.
Kim Woo-hyun – Vice President & CFO: Kim verantwortet die Finanzsteuerung in einer Phase außergewöhnlichen Gewinnwachstums. Er begleitet die massiven Kapitalinvestitionen – das CAPEX-Budget wurde für 2025 von 21 auf 27 Billionen Won angehoben – und koordiniert die Finanzierungsstruktur für den geplanten Ausbau der Wafer-Kapazitäten, die SK Hynix innerhalb von fünf Jahren verdoppeln will.
SK Hynix ist das einzige Unternehmen der Welt, das High Bandwidth Memory (HBM) in Massenproduktion für KI-Beschleuniger liefert, und hielt im vierten Quartal 2024 einen HBM-Marktanteil von rund 57 Prozent. Im Juni 2026 sicherte SK Hynix rund 70 Prozent der Aufträge für Nvidias HBM4 und startete die Massenproduktion bereits im Februar 2026. Im DRAM-Gesamtmarkt kommt SK Hynix auf einen Marktanteil von etwa 33 Prozent und belegt damit den zweiten Rang hinter Samsung. Im NAND-Segment, das nach der Übernahme von Intels NAND-Geschäft für 9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 (Gründung von Solidigm) erheblich ausgebaut wurde, erreicht das Unternehmen rund 21 Prozent Marktanteil. Produktionsstätten betreibt SK Hynix in Icheon und Cheongju (Südkorea) sowie in Wuxi, Chongqing und Dalian (China). Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Streubesitz; größter Einzelaktionär ist SK Square mit rund 20 Prozent, gefolgt vom National Pension Service of Korea mit rund 7 Prozent.
SK Hynix ist als reiner Speicherchip-Hersteller stark auf wenige kritische Vorleistungen angewiesen. Der bedeutendste Engpass ist die Verfügbarkeit hochspezifischer Fertigungsanlagen: Lithografiemaschinen von ASML (EUV), Ätzanlagen von Lam Research sowie CVD-Systeme von Applied Materials stellen Monopol- oder Oligopollieferanten dar. US-Exportkontrollen auf fortschrittliche Chip-Produktionsausrüstung gefährden Investitionen in chinesischen Fabs und können die Kapazitätsplanung empfindlich stören. Hinzu kommen Preisrisiken bei Silizium-Wafern (primär Shin-Etsu, Sumco) und hochreinen Prozesschemikalien. Die energieintensive Halbleiterfertigung macht das Unternehmen zudem anfällig für Strompreisschwankungen. Geopolitische Spannungen zwischen den USA und China stellen ein strukturelles Risiko für Zulieferketten und Absatzmärkte in China dar.
Rund 45 Prozent des Umsatzes entfallen schätzungsweise auf Rechenzentren und KI-Infrastruktur – ein Segment, das von wenigen Hyperscalern wie Microsoft, Google/Alphabet, Amazon und Meta dominiert wird. Obwohl die KI-Nachfrage strukturell robust erscheint, bleibt SK Hynix erheblich exponiert gegenüber Investitionszyklen dieser Großkunden. Weitere 25 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Smartphone-Segment mit Hauptkunden wie Apple, Samsung MX und chinesischen OEMs – ein Markt, der deutlich zyklischer ist. Auch im PC/Consumer-Segment und in der Automobilelektronik besteht Nachfragerisiko. Die Speicherhalbbleiterindustrie gilt als einer der ausgeprägtesten Industriezyklen weltweit: In Phasen der Überversorgung brechen Preise und Margen schnell ein. Trotz KI-Rückenwind ist SK Hynix gegenüber einem Abschwung im Hyperscaler-Capex deutlich vulnerabler als breit diversifizierte Konkurrenten.
SK Hynix ist im MSCI Korea 25/50 Index mit rund 15–19 Prozent der Indexgewichtung vertreten und macht zusammen mit Samsung Electronics rund 45 bis 50 Prozent der Indexgewichtung aus – damit ist jeder Korea-ETF faktisch ein Halbleiter-Wette. Da Südkorea von MSCI weiterhin als Schwellenland klassifiziert wird, fließt SK Hynix auch in den MSCI Emerging Markets Index ein, allerdings mit gedämpfter Gewichtung, da Koreas EM-Anteil unter 16 Prozent liegt. Der Kurs des Unternehmens hat sich von Januar bis Ende Mai 2026 um mehr als 258 Prozent verteuert, getrieben von einem HBM-Superzyklus. Dividendenrenditen sind strukturell gering; SK Hynix priorisiert Kapitalinvestitionen. Für passive Investoren ist das Unternehmen unvermeidlich – jeder EM- oder Korea-Fonds trägt eine erhebliche SK-Hynix-Position. Aktive Anleger müssen das extreme Konzentrationsrisiko und die Abhängigkeit vom KI-Capex-Zyklus explizit managen.