Xiaomi Corporation (小米科技) ist ein chinesischer Technologiekonzern mit Hauptsitz in Peking, der 2010 von Lei Jun und sechs Mitgründern gegründet wurde. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Smartphones, IoT-Geräte, Haushaltsgeräte, Software sowie – seit 2024 – Elektrofahrzeuge. Xiaomi ist seit Juli 2018 an der Hongkonger Börse (HKEX: 1810) notiert und rangiert auf Platz 338 der Fortune Global 500 als jüngstes Mitglied dieser Liste. Mit einem weltweiten monatlichen Nutzerbestand von 754 Millionen aktiven Nutzern (Stand: Dezember 2025) gehört Xiaomi zu den meistgenutzten Technologieplattformen Asiens. Wichtigste Wettbewerber im Smartphone-Segment sind Apple und Samsung; im schnell wachsenden chinesischen EV-Markt tritt das Unternehmen gegen BYD, Tesla und NIO an.
Lei Jun (geb. Dezember 1969) ist Gründer, Vorstandsvorsitzender und CEO von Xiaomi. Er studierte Informatik an der Universität Wuhan (Abschluss 1991) und baute anschließend Kingsoft zu einem börsennotierten Softwarekonzern auf. Im Jahr 2000 gründete er joyo.com, das 2004 für 75 Millionen US-Dollar an Amazon verkauft wurde. Seit der Gründung von Xiaomi 2010 treibt er die strategische Ausrichtung des Konzerns voran – zuletzt mit dem Einstieg in KI-Modelle (MiMo) und der Einführung des hauseigenen Chips XRING O1 im Mai 2025.
Alain Lam Sai Wai (geb. Oktober 1973) ist Vice President und CFO. Der Oxford-Absolvent (Master Ingenieurwissenschaften, 1998) bringt über 20 Jahre Erfahrung im Investmentbanking mit – von Morgan Stanley bis Credit Suisse, wo er die TMT-Investmentbanking-Division in Asien leitete. Seit August 2020 verantwortet er Xiaomis Finanzstrategie und ist Chairman von Airstar Digital Technology.
Lu Weibing ist Partner und Präsident sowie Chef des Smartphone-Segments und der Marke Redmi. Der Tsinghua-Absolvent brachte nach Stationen bei Konka und Gionee umfangreiche Erfahrung im chinesischen Mobilfunkmarkt mit und leitet seit 2019 Xiaomis Smartphone-Vertrieb.
Xiaomi positioniert sich als vollintegrierte Technologieplattform: Hardware (Smartphones, AIoT, EVs), proprietäres Betriebssystem (HyperOS) und Internet-Services bilden ein eng verzahntes Ökosystem. Im Smartphone-Markt ist Xiaomi seit 23 aufeinanderfolgenden Quartalen unter den globalen Top-3-Herstellern, im Jahr 2025 hinter Apple und Samsung auf Platz drei weltweit. In Russland führt die Marke seit 2018 dauerhaft die Online-Verkaufscharts an, trotz politisch sensibler Marktbedingungen. Die Premiumisierungsstrategie (Average Selling Price auf Rekordhoch von RMB 1.310 in Q1 2026) erhöht die Marge im Kerngeschäft. Der 2025 vorgestellte 3-nm-Chip XRING O1 sowie das KI-Modell MiMo markieren Xiaomis Ambitionen zur Unabhängigkeit von externen Chipanbietern und vertiefen die technologische Differenzierung. Mit 667 Tochterunternehmen in 32 Ländern verfügt Xiaomi über eine substanzielle globale Infrastruktur.
Xiaomis wichtigste Vorleistungsrisiken liegen in der hohen Abhängigkeit von Halbleitern und Elektronikkomponenten. Der überwiegende Teil der Chips – trotz des eigenen XRING-Designs – wird von TSMC und anderen Auftragsgießereien gefertigt, was Xiaomi geopolitischen Risiken im Kontext Taiwan und den US-Exportbeschränkungen aussetzt. Displaypanels (vor allem OLED) kommen größtenteils von Samsung Display und BOE, Batteriepacks für EVs von CATL und anderen chinesischen Zulieferern. Preisschwankungen bei Lithium und seltenen Erden sowie Engpässe in der globalen Halbleiterproduktion können Margen und Lieferzeiten erheblich beeinflussen. Xiaomis JIT-orientierte Supply Chain ist gegenüber plötzlichen geopolitischen oder logistischen Schocks verwundbar.
Über 70 Prozent des Umsatzes entfallen auf Endverbraucher weltweit, was Xiaomis Ergebnis stark an den globalen Konsumzyklus koppelt. Konjunkturelle Abschwünge, insbesondere in China und in aufstrebenden Märkten wie Indien und Teilen Europas, drücken die Smartphones-Nachfrage unmittelbar. Im EV-Segment – Xiaomis jüngstem Wachstumsfeld – ist der Wettbewerbsdruck extrem hoch: Der EV-Bereich schrieb in Q1 2026 noch einen operativen Verlust von RMB 3,1 Milliarden. Substitutionsrisiken bestehen durch günstigere Konkurrenz von Oppo, Vivo und Transsion in Schwellenländern sowie durch Apples weiter wachsende Preispremium-Position in entwickelten Märkten. Die Abhängigkeit von Telekompartnern für Gerätebündelung erhöht zudem die Verhandlungsrisiken.
Xiaomi ist Bestandteil des MSCI China, des Hang Seng Index und des Hang Seng Tech Index und damit obligatorischer Baustein jedes auf China oder den breiteren asiatisch-pazifischen Technologiesektor ausgerichteten Indexportfolios. Mit einem Jahresumsatz von RMB 457 Milliarden (2025, +25 % gegenüber Vorjahr) und einem Gewinnwachstum von 76 Prozent auf RMB 41,6 Milliarden zählt Xiaomi zu den wachstumsstärksten Technologiekonzernen im MSCI-Universum. Das Unternehmen schüttet keine Dividende aus und reinvestiert Gewinne vollständig in Hardware-Premiumisierung, EV-Hochlauf und KI-Infrastruktur. Für Indexanleger bedeutet Xiaomi: überdurchschnittliche Wachstumschancen mit erhöhter geopolitischer und regulatorischer Risikodimension – kombiniert mit der strukturellen Wette auf den chinesischen Konsumenten und die globale EV-Adoption.